NaBloPoMo Tag 2 – Weggabelung

Weggabelung
Wann musstest du in der Vergangenheit eine wichtige Entscheidung treffen? Mach dir Gedanken über das andere Leben, was sich daraus hätte ergeben können.

Wichtige Entscheidungen… Joa, da gab es sicher die ein oder andere.
Ich habe zum Beispiel nach 11 Semestern mein Lehramtstudium geschmissen. Es hat immer wieder neue Anläufe gegeben, ein „diesmal schaff ichs“, und doch wurde schnell klar dass es nichts wird. Ich habe nur etwas gebraucht um es mir einzugestehen. Die Alternativlösung Studienortwechsel scheiterte nur daran, dass in Bremen meine Scheine nicht alle anerkannt worden wären und ich aus den 11 Semestern nicht so viel hätte retten können. Und nochmal komplett neu – ne, das stand außer Frage. Also gab es den Cut, und ich habe mit Mitte 20 noch eine Ausbildung gemacht. Etwas völlig anderes, etwas was nichts, aber auch gar nichts mit Kindern, Pädagogik und Unterrichten zu tun hat. Und das war das beste was ich jemals machen konnte.
Und natürlich, wenn ich damals weiterstudiert und die Sache anständig zuende gebracht hätte wäre heute einiges anders. Allein beruflich. Ich hätte wahrscheinlich irgendwo eine Stelle als Lehrerin in einer Grundschule (das war zumindest mein Ziel) und würde den Lütten die Basics beibringen. Mit Glück hätte ich eine gute Schule erwischt, wo ich meinen Unterrichtsstil und meine Lehrmethoden relativ unbehelligt hätte ausbilden können und wäre so vielleicht glücklich und zufrieden geworden.
Vielleicht, und das ist genauso wahrscheinlich, hätte ich nach dem Studium schon keinen Referendariatsplatz bekommen, weil die Prüfungsergebnisse zu schlecht gewesen wären. Abgesehen davon dass man mich wohl erstmal „Zwangsabnehmen“ geschickt hätte. Oder ich wäre an irgendeine allerletzte Hauptschule geschickt worden wo eh niemand hinwill.
So oder so wäre es anders geworden als es jetzt ist.

Meinen Mann hätte ich aber trotzdem gefunden, und ich denke wir wären auch noch zusammen und verheiratet wenn ich Lehrerin geworden wäre. Da bin ich sogar mehr als überzeugt von – sonst hätt ich ihn auch nicht geheiratet.

Im Endeffekt gibt es ja bei fast allen Entscheidungen ein „was wäre gewesen wenn“. Allzu sehr in diese Grübelei versinken ist aber irgendwie, ja, unangenehm und unnötig. Wenn ich meine Entscheidungen bewusst und gut überlegt treffe, Herz und Seele und Kopf mit einbeziehe – dann muss ich dazu stehen und darf nicht anfangen zu hinterfragen. Die Entscheidung ist gut so wie sie ist. Gefällt mir dann das Jetzt nicht muss ich neue Entscheidungen treffen – rückgängig machen geht nicht.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s