Dilemma

Ich habe es getan.
Obwohl ich es niemals tun wollte.
Obwohl ich es anderen immer vehement und sehr beherzt ausreden wollte.
Obwohl es Sünde ist. Frevel.

Ich habe mir einen Ebookreader bestellt.

„Waaaaas, wie kannst Du nur“
„das ist doch kein Lesen damit“
„Ein Buch muss man spüren und riechen, das gehört dazu“
„die Haptik, die Optik – son Reader ist doch kalt“
„ein Buch braucht Seiten. Aus Papier“
„Deine ganzen Daten, Dein Leseverhalten kann abgerufen werden“

Ein Buch muss ein Buch sein, mit Seiten, die sich nach Papier anfühlen, nach Buch riechen.
Jedes Buch muss anders sein, unterschiedlich schwer.
Ich liebe Bücher. Den Geruch beim ersten Aufschlagen, das Auspacken vorher schon.
Ich streiche immer gerne sanft und fast ehrfürchtig über die ersten „jungfräulichen“ Seiten.
Es ist Genuss pur.
Die Sinne sind geschärft, das Riechen, das Fühlen Sehen und Hören.
Und dann das Eintauchen in die Geschichte, die Worte, dabei die Schwere des Buches fühlen.

Warum kauft sie sich dann einen Ebookreader wenn sie Bücher doch so sehr mag, spinnt die denn, ist sie nun ganz durchgeknallt?
Ähm ja.
Vielleicht.

Es hat schlicht praktische Gründe.
Ich habe immer im Bett gelesen, abends vor dem Einschlafen. Immer so 1 2 3 20 Seiten. Mal mehr mal weniger, war irgendwie fast ein Ritual.

Und nun stauben die Bücher auf meinem Nachttisch voll.
Weil ich abends nicht mehr lesen kann.
Weil mein Mann neben mir bei Licht nicht schlafen kann.
Weil das Nachtleselicht zu hell für ihn ist.

Und mir geht das Lesen mittlerweile sehr ab.
Ich vermisse es, und es fehlt etwas. Und ich bin unzufrieden. Und ich sehe die Bücher und würde sie gerne lesen. Aber tagsüber ist es meist nicht meines, aufm Sofa lümmel ich mich eher selten bis gar nicht – und bei Tag ins Bett geht auch nicht.

Was bleibt also übrig wenn ich nachts/abends vorm Einschlafen noch lesen möchte?
Eben, genau, ein Reader. Mit einstellbarer Hintergrundbeleuchtung.
Mit dem geht’s notfalls auch unter der Decke ^^
Hoffe ich.

Ich möchte mir mein Lesen wieder zurückerobern.
Möchte wieder Geschichten, Gedanken, Gefühle lesen und darin eintauchen, gerne auch die Zeit vergessen.
Dafür bin ich bereit den Preis zu bezahlen.
Auch wenn es mir sehr sehr schwerfällt.

Ich bin gespannt.
Und ich kann ihn wieder zurückgeben wenn er mir nicht zusagt.

Naivchen und „wie ein Mädchen“

Dass unsere Kerle im Raid durch die Bank Vollpfosten sind für die „Mädchen“ „schwul“ „behindert“ etc. Schimpfworte sind ist ja nichts neues.
Auch nicht, dass keiner nen Arsch in der Hose hat und mal Kontra gibt.
Btw – Leute die MICH anflüstern dass ich recht hab und wie scheisse sie diverse Äußerungen finden können sich das getrost wohin kleben.
Laut sagen oder Schnauze halten, auf so ne feige und verlogene Kacke steh ich nicht. Gibt auch keine Credits bei mir für sowas. Eher das Gegenteil.
Egal.
Dass mittlerweile auch Mädels hier so ne scheisse von sich geben ist/war neu.
Abgenickt haben sie bisher ja einiges, aber es so direkt gesagt…

V. im Teamspeak: „Man, die schlägt ja wie ein Mädchen, nu bring mich endlich um“
Ich war sprachlos. Normalerweise sag ich sofort so etwas wie „wärs wie ein Mädchen wärst schon lang hin“ Aber diesmal… Da fiel mir nix ein.

Folgender Chat fand dann in unserem Mädels-only-Chat statt (Sprache der Person und der Adressatin angepasst), eigentlich völlig belanglos und „nicht der Rede wert“, wenn es ned von einer Frau kommen würde:

Ich: „Alter, V. … wien Mädchen? Beleidigst DU dich nun ab sofort selber?? Es hackt ja wohl
Sie: „ich denk da eher an die weibsen bei mir auf der arbeit… die können alleine nichtmal nen nagel in die wand hauen…
Ich: „so dämlich echt…“
Sie: „was is nu mit dir verkehrt? Oo“
Xyz: „Fingernägel sind ja nun auch nicht um sie an die Wand zu hängen sondern um hübsch auszusehen.“
Ich: „mädel… sich selber beleidigen is uncool… ich dachte die anderen ärgern dich oft genug. Aber ok
Sie: „es ist ein spruch den man einfach so sagt… genauso wie „keine eier in der hose“…“
Ich: „ne… isses ned… aber passt schon…“

Ich hätte da gerne noch mehr zu gesagt, aber wir hatten einen weiteren Bosskampf, und das Thema dann nochmal aufnehmen – ne, da ist Hopfen und Malz verloren. Zudem war V. seitdem merklich angefressen und zickte auch im Teamspeak leicht genervt rum, wie soll mensch da nochmal darauf hinweisen?
Und ich war stinkig, alles in allem keine gute Grundlage für ein weiteres Gespräch, ich wäre sicherlich fies geworden (und inhaltlich würde ich da sowas von hinterstehen!) und sie wäre sicherlich laut geworden… Alles in allem hätts nix genutzt.

Und vor allem, wie einem Seelchen, einem Naivchen klarmachen WAS es da sagt?
Sie, die lieber in Zweideutigkeiten spricht (und es angeblich nicht merkt und auch nie beabsichtigt *hust hust*) und es schafft dass 30 Leute peinlich berührt bis amüsiert sind – aber sich beschwert dass sich alle über sie lustig machen würden und ihr nicht zuhören? Und die dann leise ratlos bis quietschend entrüstet fragt „was hab ich denn nun wieder gesagt“ oder „was ist das* denn, wovon redet ihr“…
Okok, mensch muss nicht „alles“ wissen, aber der naive Ton macht die Sache halt so – es passt einfach nicht…. Und anstelle einfach nachzuschauen wenn sie etwas nicht weiss wird das Nichtwissen zelebriert…

Ernsthaft, WIE sag ich einer, die leise sanft „ich kann das alles nicht“ ins Teamspeak haucht und so tut als würde sie in einer Glaskugel leben dass sich selber runtermachen, sich selber beleidigen das LETZTE und erbärmlichste ist was es so gibt?
Dass es respektlos sich selbst und all ihren Geschlechtsgenossinen gegenüber ist?
Dass sie andere damit ebenfalls runtermacht?
Dass sie diese Spielchen nicht machen muss um sich bei den dummdreisten Kerlen einzuschleimen?

Wie eine Basis finden auf der ein Austausch stattfinden kann?
Ich hab keine Ahnung wie ich es ihr begreiflich machen soll. Soll ich überhaupt?
Oder soll ich sie einfach in die Schublade „lächeln und winken“ ablegen?!

Doof…
Und irgendwie hinterlässt es mich unbefriedigt.
Weil – hei, eine Frau sollte sowas nicht sagen…