uäääh oder omnomnom?

Die @FrauSchnatalie bloggte hier jüngst über Lebensmittel, die sie liebt zu hassen. Sie steht nicht so auf Waffeln, und Erdbeeren sind ihr ein Graus.
ICH mag Waffeln. Bevorzuge aber eher (nichtsüße) Pfannekuchen.
ICH liebe Erdbeeren. Aber nur frisch. Tiefgefroren, in Bowle oder in Joghurt – neeee, uääääh.

Ich find es gut, dass mal so offen und ehrlich gesagt wurde was nicht gemocht wird. Weil, na ja, je älter wir werden umso weniger steht es uns zu etwas nicht zu mögen, ich glaube viele „Unverträglichkeiten“ sind gern genutzte Ausreden.
Mäkelig oder krüsch sein ist ja eher negativ: unerwachsen, undiszipliniert, undankbar.

Essen ist und war bei mir immer schwierig.
Ich mochte als Kind sehr sehr wenig, und hatte im Kindergarten laut Erzählungen meiner Eltern wohl öfters nichts zu essen bekommen, weil Zwiebeln oder Speck im Essen waren. Meine Mutter regelte das irgendwann. Es war die Zeit wo jemand, der nichts isst auch keinen Nachtisch bekommt, und u.U. auch keinen Nachmittagssnack… So gab es praktisch seit dem Frühstück bis abends nichts.
Klassenfahrten waren für mich der pure Horror. Überall Fleisch und Soße. Und es roch oft schon eklig. Also gab’s Nudeln/Reis/Kartoffeln pur. Oder Marmeladenbrot. Oder trocken Brot – Tomate oder Gurke gibt’s ja in Jugendherbergen nicht.

Zu Hause musste ich immer einen „Anstandslöffel“ essen.
Egal was es war – ein Minilöffel MUSS. Ausnahme: Fleisch und Fisch. Und Spinat – den mochte meine Mutter auch nicht.
Und dieser Minilöffel wurde meistens der Anlass eines größeren Familiendramas. Ich kann mich an STUNDEN erinnern die ich brauchte, um einen Teelöffel Milchreis mit tonnenweise Zimt hinunterzuwürgen.
„Wat de Buer nich kennt fret he nich“ – das wurde mir immer vorgeworfen.
Ja, ich tue mich schwer mit neuen Sachen. Aber – wenn mich niemand drängt komm ich von ganz alleine drauf und probiere es einfach mal aus. Halt nach meinem Tempo und Gefühl.

Ich bin so ein „Phasenesser“. Wochenlang das eine, dann wochenlang was anderes, immer mit relativ wenig Abwechslung, bzw. gehäuft ein bestimmtes Gericht. Im Moment bin ich auf Nudelauflauftrip, vermutlich weil ich den Käse gerade gut vertrage.

„Trockene“ Nudeln? Kalten gekochten Kohlrabi? Reis mit Rosenkohl?
Alles gern genommen.
Aber bitte „pur“: also ohne Soßen, ohne Dressings.
Salatbestandteile aufs Brot, aber niemals mit Dressing.
Gemüse mit Beilage, evtl. in der Pfanne zusammengerührt.
Reicht mir.

Was geht gerade so eben ohne größere Probleme? Was kann rausgepult werden ohne dass ich den Rest auch verweigere?
Zwiebeln. Mag ich nicht.
Aber die esse ich mit, wenn sie halbwegs gar sind. Sonst werden sie rausgepult. Zwiebelkuchen allerdings ist der Hammer, suuuper lecker.
Ich mag keine Paprika, keinen Fenchel, keinen Lauch, keine Zucchini, keine Oliven, Tomatenstückchen in der Soße, sterbe aber nicht wenn da mal ‘nen Hauch von im Essen ist…
Wenn ich sehe was es ist wird’s in der Regel rausgepult.
Vanillesoße und Vanillepudding. Soße geht gar nicht, Pudding nur als Kuchenfüllung.

Was ging früher nicht und geht jetzt?
Linsen und Klöße. Ging nicht. Keine Chance.
Mittlerweile mag ich beides sowas von gerne, vor allem in Kombination.
Käse? War unmöglich, weder als Scheibe noch als Camembert, noch „mal so eben ein Stück“.
Heute esse ich gerne Camembert, aber anderer Käse ist weiterhin nur als Pizzabelag oder auf einem Auflauf essbar.
Wobei warmer Käse, wie fettige Milchprodukte allgemein, meine Verdauung in Rage bringt, also nur in kleiner Menge gegessen wird.

Was geht nicht? Wo hilft auch kein Rauspulen?
Spinat. Niemals. Mal probiert, und seitdem nie wieder.
Fisch, Fleisch, Geflügel.
Anis. Der Geruch allein macht mir Kopfweh, genauso wie Curry (bzw. ein undefinierbares Gewürz da drin)
Obstkaltschale/Obstsuppe.
Margarine und Butter. Wenn jemand in die Marmelade mit ‘nem Buttermesser gegangen ist esse ich sie nicht mehr.
Soßen, außer Tomatensoße
Alles mit Sahne/Milch/Crème fraîche/Schmand. Ausnahme, naa? Genau: der Zwiebelkuchen.
Milch, Naturjoghurt, Naturquark, Hüttenkäse, Kräuterquark, Tsatsiki, Remoulade, Majonäse: sehen, riechen – würgen
Aber das absolute Highlight um mit den Tag zu verderben ist: WARME Milch, Milchreis, Grießbrei etc. Ich rieche warme Milch 10km gegen den Wind und mir wird sofort speiübel. Im Studentenwohnheim haben meine Mitbewohner ihre Milchsachen meistens dann gemacht, wenn ich weg war.

Meine Großeltern haben immer gesagt „was isst Du eigentlich, Du magst ja nichts“.
Nichts ist irgendwie schon übertrieben, aber es ist schon einfacher zu fragen was ich mag.

Was geht immer ohne Probleme?
Kartoffeln in allen Variationen, bevorzugt angebraten, gerne aber auch einfach kalte Salzkartoffeln
Nudeln italienisch und chinesisch. Reis.
Brokkoli, Rosenkohl, Blumenkohl, Grüne Bohnen, Erbsen, Karotten, Kohl (Weiß, grün, china…), Kohlrabi, Mais, Spargel, Champignons, Linsen, Tomate, Gurken.
Eis (auch mit Sahne drauf), aber nicht von jeder Eisdiele
Kuchen (eher trocken als creme)
herzhaft > süß
Obst – ich weiß grad nichts was ich so gar nicht mag

Wer jetzt denkt „ach Gott, die kann man ja nicht zum Essen einladen, furchtbar“ dem sei gesagt:
ich bin sehr genügsam, für mich muss auch niemand extra kochen wenn für alle anderen z.B. Bolognese gekocht wird. Ich esse die Nudeln auch mit Ketchup und hab genauso einen schönen Abend wie die anderen. Oder ne Scheibe Brot, esse ich genauso gern. Ein Extraessen für mich, welches ich zu 99% nicht anrühre (weil Sahne/Käse/Spinat) macht keiner Seite Spaß…
Wer jetzt denkt „ach Gott, wo kann man denn mit der Essen gehen“ dem sei gesagt:
Essen gehen mit mir klappt, ist aber etwas schwieriger. Wobei – einen Italiener gibt es fast überall, oder?

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