Intermezzo

Vor einigen Tagen tauchte das Thema Menstruation (Mens, Tage, Mensis, Rote Zora, Periode etc. pp.) in meiner timeline auf und heute kam fast wie abgesprochen auch noch thematisch passend das Podcast von @kleinerdrei heraus. 
Und nun fasse ich mir ein Herz und schreibe auch mal etwas dazu.

Ich war aufgeklärt.
Ich wusste was passiert.
Was irgendwann unweigerlich auch mir passieren wird.
Und es wurde mir als erwachsenwerden und zurFrauwerden verkauft, also als etwas Schönes und Starkes. Aber auch als etwas sehr normales.
Meine Mutter hat früh begonnen mich zu informieren. Und sie ging auch immer sehr offen mit ihrer Mensis (und anderen Dingen) um. Linksfeministisch offen.

Ich erlebte ihre Mensis immer zwiegespalten: sie wand sich den ersten Tag mit fiesen Krämpfen, nahm Novalgin en masse (das war damals noch freiverkäuflich) und brauchte Mengen von Süßigkeiten. Von denen ich auch etwas abbekam, so dass das Ganze auch einen positiven Touch bekam.
Ich war nicht sonderlich erpicht darauf, aber ich wusste auch, dass es nichts Schlimmes ist.
Und ich dem ganzen eh nicht entgehen konnte.

Und dann kam der Tag.
Ich weiß es auch fast 30 Jahre später noch als ob es eben erst gewesen ist. Manche Dinge bleiben wohl immer in Erinnerung.

Ich war normal auf Toilette und stellte fest, dass meine Unterhose eingesaut war. Schlagartig wusste ich was es war, und es erklärte auch mein kaum merkliches Bauchziehen einige Tage vorher. Ich rief meine Mutter, die sich überschwänglich freute, mich beglückwünschte und das alles supertoll fand.
Sie erklärte mir dann gleich alles was ich praktisch wissen sollte. Wie oft ein Stöpsel zu wechseln sei, und wie lange ungefähr ein Surfbrett „hielt“ und dass ich ja nun dann bald mal zu einem Gynäkologen müsse. Ich war etwas überfordert, ich saß ja auch noch auf dem Klo. Und eigentlich wollte ich nur durchatmen, selber drauf klarkommen.
Aber die Zeit war nicht wirklich da, meine Mutter riet mir gleich zu Tampons, so praktisch und man könne alles damit machen und sei frei und überhaupt sei es weniger eklig. Also sollte ich es am besten gleich ausprobieren, und sie würde mir auch helfen.
Ich probierte es aus. Sie half mir.
Es klappte nicht und irgendwann gaben wir auf.
(Ich mein, hallo, ich war 12 oder 13, hab das erste Mal meine Mensis – und die Mutter versucht erst anzuleiten – und dann selber mit anzufassen. Wie soll das gehen?)
Ich stopfte mir eine Slipeinlage in die Unterhose und war wie in Trance. Mein Vater freute sich glaub ich auch – und er wurde gleich einkaufen geschickt, wir brauchten ja nun Binden für mich.

Ich saß total überfordert und panisch am Küchentisch, meine Mutter freute sich immer noch wie Bolle und fing an ihre „Das Kind kommt nun in den Kreis der Frauen“-Party zu planen. Sie überlegte eifrig wer alles einzuladen sei: Meine Grundschulklassenlehrerin, ihre ganzen Frauen aus dem Frauenkreis, die feministischen Freundinnen, die Frauen der Familie und was weiß ich noch wer alles. Ich war ja nun eine Frau und das musste/sollte gebührend gefeiert werden.
Ich wollte sowas nicht. Ich fand das alles peinlich und auch eklig und ich fand dass es absolut niemanden etwas anging ob und wann und überhaupt. Es war meine Sache und sollte es auch bleiben, und sie hätte damit mal so null zu tun, und auf ihre ganzen Frauen hätte ich auch keine Lust.
Und außerdem hätte ich noch nie von so einem Feier-Brauch gehört, kein Mädchen in der Klasse hätte sowas gemacht.

Ich weiß nicht wie lange sie plante und tat und versuchte mich zu überzeugen, aber irgendwann wurde ihr wohl bewusst, dass es diese Feier nicht geben würde. Mein Vater kam vom Einkaufen wieder und stellte sich auch auf meine Seite. Meine Mutter solle mich in Ruhe lassen damit wenn ich es nicht will.
Ich glaube einige Tage lang kam das Thema immer mal wieder ganz ganz kurz auf, aber es ist nie zu der Feier gekommen.
(Auch zum Gynäkologen hat sie mich jahrelang nicht bekommen. Ich habe mich standhaft geweigert)

Meine Eltern schenkten mir ein Buch zur Feier des Tages (ich glaube sogar mit Widmung, ich bin mir nicht ganz sicher, ich finde das Buch im Moment nicht) – und das war wirklich schön und angemessen. Diese Geste fand ich toll. Und ich finde, ein kleines Geschenk bei der ersten Mensis hebt diesen Moment hervor, überfrachtet ihn jedoch nicht. Und nimmt irgendwie auch den Schrecken.

Von da an blutete ich jeden Monat.
Ich machte brav Vermerke im Kalender wie stark und wie lange.
Ich hatte das Glück dass ich kaum bzw. nur selten Schmerzen hatte, und auch diese angeblich „typischen PMS-Beschwerden“ kaum da waren.
Ich hasste jeden einzelnen blutenden Tag.
Ich ekelte mich vor dem sibschigen schleimigen Zeugs.
Ich fühlte mich immer eklig. Und da halfen auch keine heißen Duschen.
Ich hatte extra Unterwäsche und Schlafanzughosen für diese Tage.
Ich hatte immer Angst, dass der Zyklus mal durcheinander gerät und ich überrascht werde. Unsere Schulsekretärin hatte immer was da für den Notfall.
Ich schämte mich nicht beim Einkaufen Binden zu kaufen. Ich war aber auch nicht stolz.
In der Schule wurde darüber nicht gesprochen. Manchmal halfen sich manche Mädchen untereinander mit Tampons aus, leise und verschämt. Beim Schwimmunterricht saßen manche Mädchen manchmal am Rand und schauten zu. Ich auch. Ich hasste die Vorstellung mit Mensis zu schwimmen, und ohne Stöpsel eh ein NoGo.
Ich fuhr nur dann weg, wenn die Mensis grade vorbei war – woanders zu bluten und evtl. was einzusauen wäre nicht gegangen.
Es war alles so normal.
So normal scheisse.

Ich kam bis zum „Ende meiner Tage“ (was ein Wortspiel *gg*) nicht mit Tampons zurecht. Ich probierte es immer wieder – keine Chance.
Und auch die Alternativen wie Schwämmchen oder Tasse waren für mich indiskutabel.
Ich wollte mit dem ganzen Zeug nichts zu tun haben.

Die letzten Jahre waren schlimm und hatten nichts mehr mit normalen Regelblutungen zu tun:
Unregelmäßige Sturzblutungen die mehrere Tage gingen, Blut das einfach so die Beine runterlief oder munter in die Toilette tropfte. Wo kein Schutz reichte und Handtücher herhalten mussten. Wo tagelang im Sitzen (wenn überhaupt) geschlafen wurde und jedes Husten und Niesen zu einem Blutbad wurde.
„Das hat ne Frau mal“ und „so schlimm ist das doch nicht“ war das einzige, was den Ärzten dazu lapidar einfiel.
Und irgendwann machte der Körper nicht mehr mit und ich landete komplett fertig mit der Welt in der Notaufnahme der Uniklinik wo ich als erstes zwei Blutkonserven bekam mit dem Worten „Ich hab schon Leute mit nem höheren HB verbluten sehen, und da hab ich mal so keinen Bock drauf“.
Und wo plötzlich ein (kompetenterer?) Gyn feststellte dass „da etwas nicht in Ordnung sei“.
Als der Krebs dafür sorgte, dass ich endlich nie nie nie wieder „unten“ bluten würde hab ich mich gefreut. Wirklich vom tiefsten Herzen gefreut.
Es fiel eine Last ab.

Seitdem bin ich frei,

Die Wiederentdeckung der SMS

Was passiert wenn bei U-Bahn-Bauarbeiten Mittwochabend um halb 10 (pünktlich!) irgendwelche Kabel durchtrennt werden?
Geeenau, ein Teil der Hamburger sitzt ohne Internet, Telefon, Fernsehen und Radio da.

Und plötzlich stellt mensch fest, dass mittlerweile irgendwie alles nur noch übers Internet läuft. Bzw. alles über dasselbe Kabel.
Telefon? Längst via VoIP.
Radio? Onlineplayer.
Fernseher? Wozu, die meisten Sendungen gibt’s einige Tage lang in den Mediatheken. Oder auf Netflix.

Auf einmal ist das „Übliche“ hinfällig, die Routine im Eimer.
Keine Mailwechsel mit meinem Mann, keine mittäglichen WhatsApp-Nachrichten.
Kein durch Twitter hüpfen, idlegames anwerfen und erstmal Süddeutsche lesen.
Kein Radio, kein Spoti.

Die fehlenden Nachrichten störten mich schon, einen Tag geht’s ohne, aber wenn es das Wochenende angedauert hätte hätte ich wohl das IPad zum Zeitungslesen benutzt und das alte Antennenradio aus der anderen Wohnung geholt.

Letztes Mal ohne Internet hatte ich meinen Rechner aufgeräumt und Dateien sortiert, nach einem Sicherungsfehler herrscht in meinen Ordnern ein heilloses Durcheinander.
Aber darauf hatte ich gestern keine Lust.
Ich vergnügte mich lieber mit Excel-Basteleien und erstellte wunderbare Diagramme und Tabellen. Und ja – ich habe wirklich Spaß an sowas ^^
Und mit einem Hörbuch auf den Ohren (es ist ja nicht so dass hier nicht noch CDs rumstehen würden oder so) geht es gleich doppelt gut.

Und dann hab ich das angefangen was seit Monaten bereits vorhabe, und wo ich mich noch nicht zu durchgerungen hatte: die „Abschrift“ meiner alten Tagebücher bevor die Tinte verblasst.
Sehr seltsam das alles zu lesen, aber auch amüsant. Alte Rechtschreibung ftw.
Erster Eintrag im Oktober 1989.

Es war ein stiller, ruhiger Tag gestern, medial erholsam sozusagen.
Wirklich vermisst habe ich nur die Kommunikation mit meinem Mann.

Seit heute Mittag ist alles wieder „wie immer“. :o)

Diablo3: Hilfe, ich habe Kistenchaos!

[Gleich vorweg: dieser Text ist oft grammatikalisch nicht ganz richtig und auch von der Ausdrucksweise her etwas „seltsam“: Ich benutze die Worte so, wie wir sie im Spiel benutzen, und das ist halt teilweise schon ein wenig kauderwelschig. „D3-Sprech“ sozusagen.]

Wer Diablo spielt kennt das: Es gibt so viele interessante Items, die bestimmt nochmal gebrauchen werden können.
„Oooooh, schau mal, eine Einheit, die ist aber schick, die brauch ich bestimmt mal“ Also ab in die Bank-Kiste damit.
Und das Item was vielleicht eventuell besser sein könnte als das was der andere Charakter gerade trägt kommt gleich dazu.
„Uiii, was ein guter Walrosszahn, da muss ich glatt nachher mal schauen was mein WD so trägt“.

Und dann ist die Bank plötzlich voll.
Und chaotisch.

„Ich hatte doch noch iiiiirgendwo diesen einen Hals“ Beim Suchen tauchen dann andere Dinge auf „ach hiiieeer sind die Hände, die leg ich gleich mal beiseite“.
Das Chaos wird nicht wirklich besser, es wird nur noch umgeschichtet. Von Überblick kann längst keine Rede mehr sein.
Und jeder neu gefundene Gegenstand wird zu einer Herausforderung. Hab ich das schon? Hab ich das in besser oder schlechter? Brauch ich das noch?
Und viel Zeit geht verloren durch suchen und meistens nicht finden.

Falls andere Leute mitspielen wird es durchaus schnell zu einer Geduldsprobe für alle.

Ich habe im Laufe der vielen Spielstunden ein System für meine Bank-Kiste entwickelt, welches ich jede Season neu übernehme und das sich jedes Mal bewährt. (Ein oder zwei Mitspieler konnte ich von der Grundsystematik auch schon überzeugen)

Und auch, wenn die Season zuende ist und alles in der Post vom Nonseason landet ist diese feste Sortierung einfach Gold wert. Da macht das Einsortieren und Durchschauen sogar Spaß – und geht sehr schnell.

Grundsätzliches
Meine Bank hat sieben Fächer.
Fünf auf der ersten Seite, und seit dieser Season zwei auf der zweiten Seite. Das hat die Kistensituation sehr entspannt.
Die Klassenfächer haben ein Abbild der jeweiligen Klasse als Reiter, damit sie schnell zu finden sind.

Feste Fächer sind immer: 1x Materialfach, 1x Ring/Halsfach.
Alle weiteren Fächer ergeben sich daraus, welche Klassen gerne gespielt werden und entsprechend mehr Items haben.
Ich hab jeweils ein Fach für: Mönch, Hexendoktor, Barbar und Dämonenjäger. Das sind meine meistgespielten Klassen – und auch die mit sehr sehr vielen Items.
Das letzte Fach ist ein „Jokerfach“, bzw. hat die Sachen für den Magier und den Kreuzritter.
Optimal wäre es, wenn jede Klasse ein eigenes Fach bekommen könnte, plus die zwei festen Fächer und ein „Ramsch/Jokerfach“. Das kommt aber hoffentlich mit den nächsten Seasons.


Materialfach

Das erste Fach ist bei mir immer das Fach wo alle verbrauchbaren Materialien reinkommen:
Handwerkszeug, Kopfgeldmats, Edelsteine, legendäre Edelsteine, Maschinen etc. Der Clou dabei ist:
Alles ist sortiert. Vor allem die Maschinen und die Kopfgeldmaterialien sind nach dem jeweiligen Akt angeordnet. So weiß ich immer sofort auf einen Blick was mir eventuell fehlt.

Materialfach

Ring/Halsfach
Das zweite feste Fach ist das Fach mit allen Ringen und Hälsen und auch dem Schmuck für die Begleiter.
Jeder Ring ist einmal vorhanden, und zwar in der besten Variante. Und jeweils einmal mit Stärke/Int/Geschick. Doppelte Ringe sind beim Ausmisten direkt in den Würfel gewandert oder wurden zu Seelen.
Mit den Hälsen verhält es sich ähnlich, da hab ich bei den Resi-Teilen aber nur einen jeweils behalten und darauf geachtet dass alle wirklich auch im Würfel sind.
Jeder Begleiterschmuck ist einmal in der besten Ausführung vorhanden.
[Ich habe durch das Reinkarnieren und Charakterlöschen für diese Season einige Teile doppelt und noch nicht so ganz „sauber“ einsortiert, daher sieht es in dem Fach noch etwas durcheinander aus.]

Ausnahme
Wenn ein Ring oder ein Hals für eine bestimmte Skillung unabdingbar ist, die aber gerade nicht benutzt wird lagere ich diese Teile dann meistens direkt in dem Klassenfach bei dem jeweiligen Set. So dass ich beim Umskillen gleich die richtigen passenden Sachen parat habe.
Ähnlich verhält es sich mit dem „Goldfarmamulett“, welches ich meistens direkt in der ersten Tasche bei den Edelsteinen ablege. So kann jede Klasse direkt drauf zugreifen und ich muss den Stein nicht immer umsockeln.
Der Flechtring wird ebenfalls mehrfach gelagert und je nach Lust und Laune zu Gold gemacht.

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Ringe, Hälse, Begleiterschmuck

Klassenfächer
Innerhalb der jeweiligen Klassenfächer liegt in jeder Reihe ein Set. Und zwar in der Reihenfolge: Kopf – Schulter – Brust – Hände – Hose – Schuhe. Gibt es eines der Teile nicht dort dann das andere Teil stattdessen abgelegt.
So kann ich sofort sehen welches Teil noch fehlt.
In dieser Season hab ich die jeweils dazugehörenden Gürtel, Armschienen etc. direkt zum Set gelegt, in der Nonseason sind die Sachen (noch) auf die freien Plätze verteilt. Ebenso die entsprechenden Waffen und der ein oder anderen Ring/Hals.
Hier war sogar noch soviel Platz alle restlichen übriggebliebenen Waffen unterzubringen.

d3taschebarb

Barbar

Viel Spaß beim Sortieren, Aufräumen und Platz schaffen.

Und an die anderen die mit Diablo nichts am Hut haben und bis hier gelesen haben: Danke. ;o)

Klassentreffen

Mein Abitur jährt sich im Sommer zum 20. Mal.
Und es möchte jemand ein Revival organisieren und bastelt nun einen Verteiler. Dafür bittet er darum, die angefügte Adressliste zu aktualisieren.
Seit zwischen den Jahren trudeln bei mir alle 1-2 Tage Mails rein, die auch schon unbeabsichtigt im Spamordner gelandet sind.

Da der Jahrgang damals schon kein Abi-T-Shirt organisiert bekommen hat, der Streich auch nur so lala war, und soweit ich weiß auch kein 10-jähriges stattgefunden hat – bin ich ja eher skeptisch und leicht belustigt. Obwohl, angeblich gab es ja das ein oder andere Revival, aber nichts Offizielles – und dass die „Daheimgebliebenen“ ab und an einen saufen gehen ist ja irgendwie naheliegend. Aber eben halt „die Elite“ „der ausgewählte Kreis“ etc. Die haben sich vielleicht auch ein T-Shirt gemacht, wer weiß wer weiß.

ICH WILL NICHT ZU EINEM VERDAMMTEN KLASSENTREFFEN.
Ich will nicht an diesen Ort.
Ich will nicht auf eventuelle Leerkörper treffen.
ICH WILL KEINE TÄGLICHEN ERINNERUNGEN AN DIE SCHULE.

Meine Schulzeit und fast alle Erinnerungen daran sind der pure Horror. Ok, da kann mein Abiturjahrgang nicht so viel dafür, ich bin erst in der Oberstufe dazu gestoßen nachdem ich wiederholt habe. Die zwei Jahre mit denen zusammen haben nicht wirklich Kontakte entstehen lassen an denen ich interessiert war und bin.

Allein der Gedanke daran die Leute zu treffen die direkt mit der Schule verbunden sind, diese Schule eventuell zu sehen, sie zu riechen macht mich fertig.
Da war kein Spaß, keine tolle spaßige fröhliche Schulzeit.

Da war tagtägliche Angst.
Vor Ausgrenzung, geklauten Schulsachen, „ins Messer laufen“ lassen, demontieren, auslachen, Haare abschneiden oder mit Kaugummi verkleben, Attacken im Sportunterricht etc.
Da war die alltägliche Angst wieder vor den Lehrpersonen zu stehen und kein Wort herauszubekommen. Die Angst vor deren Herabwürdigungen und Kleingemachtwerden. Dem Nichtgenügen.
Egal was ich getan habe – und ich habe viel getan – reichte nicht. Weder für ein anständiges Wort noch für kurzzeitige Akzeptanz.
Ich habe gelernt zu lächeln.
Das war damals nicht ich.

Da sind die Erinnerungen an Einsamkeit, Schmerz, an Bloßgestellt werden, an Versager-Sein.
An Lehrmenschen, die trotz Bitten nicht geholfen haben.
Oder die durch ihre Handlungen alles schlimmer gemacht und teilweise forciert haben.

Es sind die Alpträume.
Die ständigen Trigger.

Ich kann bis heute Schulgeruch nicht ertragen.
Ich kann niemanden hinter mir stehen haben.
Ich traue niemandem.
Ich kann in meinem Heimatort nicht aus dem Auto aussteigen und bekomme alleine bei der Durchfahrt Panikattacken.

Und das alles kommt mit jeder verdammten Email gerade immer wieder hoch.
Und das Jahr fängt schon mal NICHT GUT an.

Wir sollten mal über den Tod reden – oder: wie hättest Du eigentlich gerne Deine Beerdigung?

Vor drei Jahren bin ich bei einem kleinen Eingriff fast gestorben.
Ein Asthmaanfall hat mich für einen Tag in den Zwangstiefschlaf auf der Intensivstation befördert, inklusive „Neustart“ von Leber und Nieren und einer Blutvergiftung.

Uff, das kann echt schneller gehen als gedacht. Ich war ziemlich schockiert. Ich hab zwar keine Angst vor dem Tod und habe da an sich auch kein Problem mit – aber so „unvorbereitet“ wollte ich das alles nun doch nicht.

Später, wieder daheim, fing ich an zu überlegen, wie und wo und… na ja, wie eigentlich meine Beerdigung sein soll falls mal was passiert.
Ohne Romantik, ohne Träumerei. Ganz nüchtern.

Und so habe ich ein kleines Dokument auf meinem Desktop abgelegt, „für alle Fälle“, weil – mensch weiß ja nie.
Dort habe ich einige Dinge festgehalten, die ich „gerne hätte“ falls ich plötzlich und unvorhergesehen das Zeitliche segnen sollte. Als Rahmen, als Hilfestellung.
Also Art der Bestattung, wo Beerdigung, Feier wenn ja wie und mit wem und wo. Und was mit meinem Kram passieren soll und und und und.
Mein Mann weiß, wo es im Notfall zu finden ist.

Vielleicht denken nun einige, ich sei morbide oder verrückt oder sowas.
Möglich.
Ich plane gerne.
Und ich habe gerne Gewissheit. Sicherheit – und gebe sie gerne.
Ich denke oft auch an andere.

Leider wüsste ich nicht, wie z.B. meine Eltern oder mein Mann beerdigt werden wollen würden, mein Mann mauert bei dem Thema.
Möchten sie verbrannt werden oder einfach verbuddelt?
Hier, in deren Wohnort oder in deren Geburtsort – oder solls gar eine Seebestattung werden?
Und wie soll der Abschied stattfinden – eher kleiner Kreis, oder doch mit allen? Klassisch schwarz mit Kirche und co – oder bunt, fröhlich und mit Picknick?
Was soll eigentlich mit den SocialMedia-Accounts passieren?
Oder ist es alles total egal und die Angehörigen können tun und lassen was sie wollen?

Für viele ist das Thema scheinbar unangenehm, sie wehren ab, wollen darüber nicht reden und schon gar nicht nachdenken. Ist ja noch so weit hin. Und das Thema würde deprimieren und runterziehen.

Abgesehen davon dass ich es nicht verstehen kann finde ich es auch auf eine Art unfair, wenn mensch seinen Liebsten keinerlei Hinweise hinterlässt.

Zu dem Schmerz, der Trauer, dem Schock kommt dann die Ratlosigkeit was zu tun ist. Und die Überlegungen kosten dann sicherlich Ressourcen, die nicht vorhanden sind, bzw. Kräfte die für anderes gebraucht werden. Und vielleicht gibt es auch Familienangehörige, die versuchen „ihre Vorstellung“ durchzusetzen weil „wir wissen was xy gewollt hätte“ oder Bestattungsunternehmen die einem einreden wollen dass „DAS gerade das beste sei, und so eine Bestattung sei unüblich und wolle man nicht lieber das und das“…

Ich möchte, dass mein Mann sich über solche Dinge keinen Kopf machen muss.
Zumal meine Eltern sicherlich andere Vorstellungen hätten als er oder ich.

Weißt Du wie Deine Eltern; Geschwister oder Liebsten beerdigt werden wollen?
Wissen sie wie Du es gerne hättest?
Sprecht mal darüber, ganz nüchtern, wertfrei.

Anlässe gibt es ja immer wieder. Wo entfernte oder nahe Bekannte plötzlich sterben – oder sehr schwer erkrankt sind und das Thema Tod unweigerlich sehr schnell aktuell werden wird.

Terror

Wir wohnen in einem Hochhaus. 8 Etagen. Gebaut irgendwann in den 70ern.
Diese Häuser sind in der Regel hellhörig, das heißt dass jeder vom Menschen über sich das ein oder andere mitbekommt. Oftmals mehr als gewollt.
Wir hören zum Beispiel bis ins Schlafzimmer ob jemand gerade badet oder duscht. Das Quietschen von nackten Füßen in einer Badewanne ist lauter als mensch denkt. Oder Stehpinkler: ganz besonders toll urplötzlich im Wohnzimmer Geräusche zu hören als ob mehr oder weniger neben einem gepinkelt wird.
Aber ok, es ist halt ein sehr hellhöriges Mehrfamilienhaus. Müssen wir alle mit klarkommen. Zudem hab ich leider verdammt gute Ohren. Und ich höre vieles, spüre auch die Vibrationen vom Poltern anderer Nachbarn. Aber ich sag nichts, beschwer mich nicht – und vergesse es schnell wieder. Weil – ist halt hellhörig.
Da ich schon immer in Mehrfamilienhäuser gelebt habe bin ich entsprechend erzogen worden. Mein Mann tut sich da etwas schwerer, aber von laut sein und von „mir alles egal“ kann keine Rede sein.
Wir geben uns Mühe ruhig zu sein.

Kleine Geschichte von neulich:
Bei einer Party im Haus vor zwei Wochen war ich um 3 zur Partyhochzeit noch wach und amüsierte mich prächtig über all die Nachbarn die an Wände, Decken und Heizungen hämmerten. Wer von der Musik noch nicht wach war – war es nun durch das Gehämmere bestimmt. Bis um 4 war schlechte RnB Musik zu hören. Als ich um 5 ins Bett bin drehten sie nochmal auf, irgendwas Richtung Rap oder so. Ich hab ganz gespannt gewartet ob da die Polizei auftaucht und ob es noch Rabatz gibt. Aber leider wurds dann ruhig.

Nachdem ein oder zweimal ziemlich dreiste Zettel an unserer Tür klebten wir wären zu laut stand eines Abends die Nachbarin von unter uns mit der Nachbarin von über uns vor der Tür. Sie traute sich nicht alleine sagte sie gleich, sie wisse ja nicht was sie erwarte. Und sie hätte die Dame von oben mitgebracht. Wir wären zu laut, ihr Sohn könne oft nicht schlafen deswegen und würde nur weinen. Und sie erzählte was alles wo bei wem wie zu laut sei, und die Kuckucksuhr von dem einen Nachbarn sei ja das allerletzte. Die Dame von oben und ich haben uns nur angesehen und wussten beide Bescheid. Sie sagte sie hätte nie was von uns gehört, schon gar nicht nachts.
Wir konnten uns die angeblichen Geräusche nicht erklären, wir haben kein Klappbett, machen nachts keine Schubladen auf und zu.
Wir vertrösteten die Nachbarin damit dass wir genauer schauen würden, und nicht wüssten WAS sie hört. Wobei ich dann doch mitteilen musste das eine Kiste Spielzeug (klang wie Lego) abends in der Badewanne auch für die Leute ne Etage drüber kein Spaß ist. Nur dass ich deswegen nie auf die Idee gekommen wäre bei ihr zu klingeln.
Sie gab sich damit zufrieden, erwähnte im Gehen dann dass sie der Genossenschaft Bescheid geben würde dass wir hier ja doch keinen Rabatz machen würden. Hallo? SIE hat sich beschwert OHNE mit uns zu reden? Weil sie SCHISS vor uns hatte? Witzig – mein Mann ist immer sehr zuvorkommend und freundlich, und sie war total erstaunt dass er hier wohnt, er sei ja immer so nett.

Und trotzdem.
Wir waren baff. Ok, klar, unsere Schreibtischstühle knarzten (bei meinem klonkte die Gasfeder gern), unser Bett knarrte, aber so arg? Und das obwohl wir Teppich haben? Wir besorgten uns neue Matratzen, neue Lattenroste, sie waren eh fällig. Ich kaufte mir einen neuen Schreibtischstuhl. Auch wenn die Dame von unten eine der unangenehmeren Nachbarinnen war, die alles hört, hören will und alles so haben muss wie sie es gerne hätte, so ganz auf uns sitzen lassen wollten wir es dann ja doch nicht.
Sie sprach uns seit ihrem Besuch damals nicht mehr an, ich kann mich jedenfalls nicht erinnern.
Vor etwa einem knappen Jahr ist sie weggezogen.

Nun wohnt dort also ein neuer Nachbar.
Der m Spätsommer auftauchte und uns bat leiser zu sein, wir würden oft nach 10 noch sehr laut sein. Er berichtete von denselben Geräuschen wie seine Vormieterin. Er wisse von der Hellhörigkeitsproblematik, aber er müsse nun mal schlafen. Wir waren ratlos. Und konnten uns partout nicht erklären WAS er bitte hört.
Ich nahm den Teppichschoner weg vor meinem Schreibtisch, so dass mein Stuhl direkt auf dem Teppich rollt.
Der Hausmeister, der mit Handwerkern an der Heizung was am Basteln war konnte sich das nicht erklären nachdem ich ihm von der Problematik erzählte. Ich testete meinen knarzenden Schreibtischstuhl aus, aber unten war nichts zu hören, und der Hausmeister konnte sich auch so spontan nicht vorstellen was das sein könnte, die Heizungshandwerker hörten auch nichts.
Unsere Haushaltsfee die einmal die Woche kommt meinte nur dass ich nicht laut wäre und das bisschen Stuhlknarzen definitiv niemals unten zu hören sein dürfte.
Wir fingen an auf alles achtzugeben, jaaa keinen Lärm. Es macht keinen Spaß wenn einer dem anderen auf die Finger schaut dass bloooss keine Geräusche auftauchen.
Die paar Dinge die übrig blieben, bekam mein Mann immer wieder zu hören. Dass dies und jenes sicher „bis in den Keller“ zu hören sei, und er da ein wenig Rücksicht nehmen solle. Keine schöne Stimmung, und Ursache vieler Auseinandersetzungen.

Der Nachbar stand irgendwann wieder vor der Tür.
Wir verblieben damit dass er sich umgehend zeitnah per WhatsApp meldet wenn wieder was ist, damit wir eventuell mehr nachvollziehen können. Die geschilderten Uhrzeiten passten nicht immer, die Orte WO Lärm war passten auch oft nicht.

Er meldete sich am 1. Dezember, Dienstag.

NAchbar1

Am 7. Dezember, Sonntagabend haben wir dann einen Lärmtest gemacht. Ich bin mit nach unten, mein Mann blieb oben. Wir standen im Dauerkontakt mit dem Handy.
Und er hat sich hier oben wie ein Panzer durch die Wohnung bewegt. Barfuß und mit Schuhen, hat sich mit Schwung aufs Bett gelegt, hin und hergewälzt, sich auf seinem Schreibtischstuhl gefläzt, Fenster auf und zu gemacht, Rollos hochrauschen lassen, meinen Schreibtischstuhl malträtiert, hat sehr schwungvoll Flaschen (Plastik und Glas) in Kisten fallen lassen, hat die Kühlschranktür zufallen lassen, hat seine Glasflaschen reingetan und rausgenommen, hat im Badezimmer meine Toilettensitzerhöhung abgebaut und wieder angebaut. Mal unvorsichtig, mal vorsichtig. Er hat jede mögliche Geräuschursache sehr übertrieben, sie aber auch normal versursacht.

Wir wissen nun was von uns unten ankommt.
Erstaunlich viel.
Viel mehr als sein dürfte.
In einer Intensität die so nicht sein dürfte.
Allerdings gilt das alles für die übertriebenen bewusst provozierten Geräusche.

Glasflaschen in den Kühlschrank – sehr laut.
Übertrieben Flaschen in die Kisten – sehr laut.
Toilettensitzerhöhung unvorsichtig – mehr als laut.
Unser Bett – ziemlich laut.
Schreibtischstühle – zu hören, aber nun nicht die Welt.

Alles in allem ist einiges zu hören.
Vor allem nachts, wenn keine Nebengeräusche von draußen da sind ist es sicherlich nochmal einen Zacken lauter. Und bestimmt nicht immer schlaffördernd. Keine Frage. Andere Geräusche die unser Nachbar hört ließen sich nicht reproduzieren. Und lautes Badezimmergepolter kam auch als ich unten war, mein Mann aber NICHT im Bad war.
Da er unten keinen Teppich drin hat und auch kein Laminat und nur sehr wenige Möbel hallt es bei ihm. Vermutlich kommen die Geräusche u.a. deswegen so stark bei ihm an.

Wir wollen keinen Stress, und wir wollen auch niemandem den Schlaf rauben.
Also haben wir hier unser Leben „geändert“. Glasflaschen kommen im Kühlschrank nicht mehr auf die Glasplatte, und die Tür wird leiser zugemacht. Flaschen gleiten nur noch „liebevoll“ in die Kisten.
Der Toilettensitz wird mit mehr Bedacht abgenommen und dann weich abgelegt, nicht direkt auf den Kachelboden, ab 8 abends ist mein Mann nicht mehr am Computer. Ich selber bin eh ziemlich wenig aktiv in der Wohnung und stehe nur alle paar Stunden mal auf.
Und letztes Wochenende (am Samstag!) haben wir nun unser Bett etwas gedämmt und eine der zwei knarzenden Türen geölt (die andere lässt sich im Moment nicht anheben um die Scharniere zu ölen). Unter jedem Bettpfosten liegt nun ein 5cm dickes Styroporteil, die Lattenroste liegen auf Schaumstoff auf. Die Getränkekisten in der Küche stehen auf dünneren Styroporplatten.
Alles in der Hoffnung dass weniger unten ankommt.
Bis Samstag hat sich hier nichts geändert, und wir sind mal früh mal spät ins Bett, und unser Bett karrte was das Zeug hielt. Seit Samstag knarrt kaum noch was, mal sehen wie lange es anhält.

Wir haben alles getan was wir tun können.
Wir wissen was unten ankam, wir haben Abhilfe geschaffen.
In Luft auflösen können wir uns nicht.
Wir können auch nicht die anderen Mitbewohner ändern, die die letzten Tage die Wände haben wackeln lassen, keine Ahnung wer da wie versucht hat seine Wohnung einzureißen.

Nachbar2

Bisher war der Ton wenn wir direkt miteinander gesprochen haben durchaus nett und freundlich. Bisher.
OK, führen wir Protokolle. Hatte ich neulich schon mal. Die Excelliste existiert noch.
Ein Anruf in Abwesenheit war um 4:33 von ihm auf dem Handy.
Ach, und ich war heute morgen um und bei halb 4 im Bett. Weder ich noch mein Mann sind bis um 7 Uhr nochmal aufgestanden oder haben uns gar hinundhergewälzt. Also – was bitte hört er unten?

Ich mag nicht mehr. Ich werde bei der Genossenschaft nochmal insistieren dass wir eine neue Wohnung bekommen. Im Erdgeschoß. Da KANN uns dann niemand hören.

Update: wir sind noch auf der Warteliste geführt. Mal sehen ob was kommt. Sonst ziehen wir in unsere alte Wohnung zurück, die im Moment renovierungsbedürftig leer steht.

uäääh oder omnomnom?

Die @FrauSchnatalie bloggte hier jüngst über Lebensmittel, die sie liebt zu hassen. Sie steht nicht so auf Waffeln, und Erdbeeren sind ihr ein Graus.
ICH mag Waffeln. Bevorzuge aber eher (nichtsüße) Pfannekuchen.
ICH liebe Erdbeeren. Aber nur frisch. Tiefgefroren, in Bowle oder in Joghurt – neeee, uääääh.

Ich find es gut, dass mal so offen und ehrlich gesagt wurde was nicht gemocht wird. Weil, na ja, je älter wir werden umso weniger steht es uns zu etwas nicht zu mögen, ich glaube viele „Unverträglichkeiten“ sind gern genutzte Ausreden.
Mäkelig oder krüsch sein ist ja eher negativ: unerwachsen, undiszipliniert, undankbar.

Essen ist und war bei mir immer schwierig.
Ich mochte als Kind sehr sehr wenig, und hatte im Kindergarten laut Erzählungen meiner Eltern wohl öfters nichts zu essen bekommen, weil Zwiebeln oder Speck im Essen waren. Meine Mutter regelte das irgendwann. Es war die Zeit wo jemand, der nichts isst auch keinen Nachtisch bekommt, und u.U. auch keinen Nachmittagssnack… So gab es praktisch seit dem Frühstück bis abends nichts.
Klassenfahrten waren für mich der pure Horror. Überall Fleisch und Soße. Und es roch oft schon eklig. Also gab’s Nudeln/Reis/Kartoffeln pur. Oder Marmeladenbrot. Oder trocken Brot – Tomate oder Gurke gibt’s ja in Jugendherbergen nicht.

Zu Hause musste ich immer einen „Anstandslöffel“ essen.
Egal was es war – ein Minilöffel MUSS. Ausnahme: Fleisch und Fisch. Und Spinat – den mochte meine Mutter auch nicht.
Und dieser Minilöffel wurde meistens der Anlass eines größeren Familiendramas. Ich kann mich an STUNDEN erinnern die ich brauchte, um einen Teelöffel Milchreis mit tonnenweise Zimt hinunterzuwürgen.
„Wat de Buer nich kennt fret he nich“ – das wurde mir immer vorgeworfen.
Ja, ich tue mich schwer mit neuen Sachen. Aber – wenn mich niemand drängt komm ich von ganz alleine drauf und probiere es einfach mal aus. Halt nach meinem Tempo und Gefühl.

Ich bin so ein „Phasenesser“. Wochenlang das eine, dann wochenlang was anderes, immer mit relativ wenig Abwechslung, bzw. gehäuft ein bestimmtes Gericht. Im Moment bin ich auf Nudelauflauftrip, vermutlich weil ich den Käse gerade gut vertrage.

„Trockene“ Nudeln? Kalten gekochten Kohlrabi? Reis mit Rosenkohl?
Alles gern genommen.
Aber bitte „pur“: also ohne Soßen, ohne Dressings.
Salatbestandteile aufs Brot, aber niemals mit Dressing.
Gemüse mit Beilage, evtl. in der Pfanne zusammengerührt.
Reicht mir.

Was geht gerade so eben ohne größere Probleme? Was kann rausgepult werden ohne dass ich den Rest auch verweigere?
Zwiebeln. Mag ich nicht.
Aber die esse ich mit, wenn sie halbwegs gar sind. Sonst werden sie rausgepult. Zwiebelkuchen allerdings ist der Hammer, suuuper lecker.
Ich mag keine Paprika, keinen Fenchel, keinen Lauch, keine Zucchini, keine Oliven, Tomatenstückchen in der Soße, sterbe aber nicht wenn da mal ‘nen Hauch von im Essen ist…
Wenn ich sehe was es ist wird’s in der Regel rausgepult.
Vanillesoße und Vanillepudding. Soße geht gar nicht, Pudding nur als Kuchenfüllung.

Was ging früher nicht und geht jetzt?
Linsen und Klöße. Ging nicht. Keine Chance.
Mittlerweile mag ich beides sowas von gerne, vor allem in Kombination.
Käse? War unmöglich, weder als Scheibe noch als Camembert, noch „mal so eben ein Stück“.
Heute esse ich gerne Camembert, aber anderer Käse ist weiterhin nur als Pizzabelag oder auf einem Auflauf essbar.
Wobei warmer Käse, wie fettige Milchprodukte allgemein, meine Verdauung in Rage bringt, also nur in kleiner Menge gegessen wird.

Was geht nicht? Wo hilft auch kein Rauspulen?
Spinat. Niemals. Mal probiert, und seitdem nie wieder.
Fisch, Fleisch, Geflügel.
Anis. Der Geruch allein macht mir Kopfweh, genauso wie Curry (bzw. ein undefinierbares Gewürz da drin)
Obstkaltschale/Obstsuppe.
Margarine und Butter. Wenn jemand in die Marmelade mit ‘nem Buttermesser gegangen ist esse ich sie nicht mehr.
Soßen, außer Tomatensoße
Alles mit Sahne/Milch/Crème fraîche/Schmand. Ausnahme, naa? Genau: der Zwiebelkuchen.
Milch, Naturjoghurt, Naturquark, Hüttenkäse, Kräuterquark, Tsatsiki, Remoulade, Majonäse: sehen, riechen – würgen
Aber das absolute Highlight um mit den Tag zu verderben ist: WARME Milch, Milchreis, Grießbrei etc. Ich rieche warme Milch 10km gegen den Wind und mir wird sofort speiübel. Im Studentenwohnheim haben meine Mitbewohner ihre Milchsachen meistens dann gemacht, wenn ich weg war.

Meine Großeltern haben immer gesagt „was isst Du eigentlich, Du magst ja nichts“.
Nichts ist irgendwie schon übertrieben, aber es ist schon einfacher zu fragen was ich mag.

Was geht immer ohne Probleme?
Kartoffeln in allen Variationen, bevorzugt angebraten, gerne aber auch einfach kalte Salzkartoffeln
Nudeln italienisch und chinesisch. Reis.
Brokkoli, Rosenkohl, Blumenkohl, Grüne Bohnen, Erbsen, Karotten, Kohl (Weiß, grün, china…), Kohlrabi, Mais, Spargel, Champignons, Linsen, Tomate, Gurken.
Eis (auch mit Sahne drauf), aber nicht von jeder Eisdiele
Kuchen (eher trocken als creme)
herzhaft > süß
Obst – ich weiß grad nichts was ich so gar nicht mag

Wer jetzt denkt „ach Gott, die kann man ja nicht zum Essen einladen, furchtbar“ dem sei gesagt:
ich bin sehr genügsam, für mich muss auch niemand extra kochen wenn für alle anderen z.B. Bolognese gekocht wird. Ich esse die Nudeln auch mit Ketchup und hab genauso einen schönen Abend wie die anderen. Oder ne Scheibe Brot, esse ich genauso gern. Ein Extraessen für mich, welches ich zu 99% nicht anrühre (weil Sahne/Käse/Spinat) macht keiner Seite Spaß…
Wer jetzt denkt „ach Gott, wo kann man denn mit der Essen gehen“ dem sei gesagt:
Essen gehen mit mir klappt, ist aber etwas schwieriger. Wobei – einen Italiener gibt es fast überall, oder?