Denn sie wissen was sie tun

Vor einigen Tagen nahm sich ein Twitterer das Leben.
Und viele Twitterer die ihn kannten und auch viele die ihn nicht kannten nahmen daran Anteil. Im Grunde eigentlich eine tolle Sache, viele erwähnten auch, das Twitter ja doch auch gut sein könnte.

Ich hatte von Beginn an kein gutes Gefühl. Aber nicht, weil sich da jemand das Leben nehmen wollte und es letztendlich auch getan hat.
Sondern weil manche Tweets so typisch, so vorhersehbar und nicht wirklich schön waren. Gut gemeint ist halt nicht unbedingt immer gut.
Natürlich nehmen viele Anteil, und natürlich macht es viele betroffen, keine Frage, das ist auch ok so. Was ich von kollektiven Anteilnahmswellen und Hashtags à la #ripxy  oder #wirfürxy halte spielt hierfür keine Rolle.

Was ich so schal und bitter finde ist schlicht:
„melde Dich“ “Wir sind doch für Dich da“ „Denk an deine Familie“ „Wirf Dein Leben nicht weg“ „das kannst Du nicht machen, Deine Familie“ „Hättest Du was gesagt“ „Du kannst doch mit mir reden“
Solche Texte sind ein Schlag ins Gesicht. Sie unterstellen, die Person hätte sich keinen Kopf gemacht. Die Person wäre leichtfertig, unüberlegt, egoistisch, ignorant.
Tweets mit Unverständnis, Unterstellungen, Anklagen, Vorwürfen.
Ernsthaft – geht’s noch?

Jemand, der nach vielen Jahren mit Schwarzem Hund oder Dunklen Wolken sich entscheidet zu gehen, tut das bestimmt nicht „einfach so“ oder „aus Jux“. Die Person hat vermutlich lange versucht an die Familie zu denken. An den Job, an die Kumpels. An das Funktionieren. An das Stark sein. Hat vermutlich oft genug gegen die Gedanken zu gehen angekämpft. Hat versucht sich Wegpunkte zu setzen, Lichtblicke, Routinen.

Aber manchmal – manchmal reicht das alles nicht, nicht mehr.
Manchmal ist der Akku einfach leer. Und zwar unaufladbar leer.
Stellt Euch eine Kurve vor, auf der es immer hoch und runter geht, so eine Kurve zeichnet den „normalen“ Ablauf: Gute Tage, schlechte Tage, neutralere Tage. Auf schlechte Tage folgen gute, das gibt Kraft und in der schlechteren Phase zehrt man davon. Und unterm Strich passt es.
Es kann nun passieren, dass die guten Phasen immer kürzer und immer schlechter werden. Die daraus gewonnene Energie reicht immer weniger um die schlechten Phasen zu überstehen. Sie werden länger und vielleicht auch tiefer. Das ist ein Prozess, der dauert meistens Jahre. Therapien, Krisenintervention etc. pp können den Level wieder erhöhen, gute Zeiten können wieder Kraft geben – aber es ist oft nicht für immer. Ein Akku brennt irgendwann aus. Es gibt Menschen, denen reicht dieses „Anschubsen“, und der Akku hält und sie werden alt und glücklich. Und es gibt Menschen, bei denen reicht es nicht. Bei denen ist die Energie irgendwann weg.

Was ist daran verwerflich?
Was ist schlimm daran?

Warum muss der Mensch ununterbrochen kämpfen, warum ist es seine Pflicht immer zu kämpfen?
Warum dieses „wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren“.
Wer weiß schon, wie viele Kämpfe der andere schon gekämpft hat? Vielleicht tägliche?
Und warum darf man nicht verlieren? Was ist so schlimm daran?
Und wieso ist es überhaupt verlieren? Wenn eine Erkenntnis in einem reift dass es nicht reicht? Vielleicht es ist es ein Gewinn? Ein Gewinn an Selbstbestimmung und Autonomie, vielleicht ist es eine Befreiung aus dem starren System des Starkseinmüssens, des Gewinnenmüssens, des Fremdbestimmtseins und des Anpassens

Das letzte autonome was ein Mensch tun kann ist sich das Leben zu nehmen. Denn das tut er in der Regel allein und für sich.
Wo bleiben der Respekt vor demjenigen, der die Entscheidung trifft und die Akzeptanz der Entscheidung?

Sich das Leben zu nehmen ist ganz unheroisch und braucht nicht hochstilisiert oder verdammt zu werden. Es ist kein Seelenheil und nichts was gefeiert und zelebriert werden muss.
Es ist schlicht und einfach einfach die unheldenhafte Entscheidung nicht mehr zu wollen.
Vielleicht ein wenig feige, vielleicht ein wenig mutig.

Wisst ihr, dieses Starkseinmüssen, dieses Nichtverlierendürfen ist das, was einem oft Kraft raubt.
Immer für andere da sein, nach deren Regeln leben, deren Anforderungen erfüllen. Sie nicht verletzen. Gesellschaftliche/soziale Normen erfüllen. Fehlender erfahrener Respekt, fehlende Achtung und fehlende Anerkennung.
Das alles kostet so viel Kraft und Energie.

Und
wer seid Ihr, die ihr beurteilen könnt wann der andere keine Kraft mehr haben darf?
wer seid ihr, dass ihr Leute krampfhaft festhalten wollt. Weil „es gibt doch noch so viel Schönes“?
wer seid Ihr, dass ihr Euer Leben, Eure Regeln als das Maß der Dinge setzt und anderen dieses aufzwingt?
wer seid Ihr, dass Ihr denkt mit Euch zu reden würde (auf Dauer) etwas ändern?
wer seid Ihr, dass Ihr denkt wenn der andere „nur was gesagt hätte“ wäre alles anders gekommen?
wer seid Ihr, dass Ihr über Leben und Tod anderer entscheiden können wollt?
Das ist übergriffig.
Es ist übergriffig die Polizei zu rufen, wenn eben KEINE Affekthandlung vorliegt oder der Tod nicht als Druckmittel benutzt wird.
Es ist übergriffig zu erwarten dass der andere nur etwas sagen muss.
Ihr spielt Gott. Und das steht Euch nicht zu.
Ihr seid nicht Gott.
Und Ihr seid nicht Jesus, der angeblich Leute heilen konnte.
Und mit einem „Du hättest doch mit uns/mir reden können“ stellt Ihr Euch in den Vordergrund, IHR seid auf einmal wichtig, das Augenmerk liegt auf Euch, IHR seid „fein raus“.
Merkter was?

Vielleicht passt es nicht in euer Weltbild, dass jemand eben nicht mehr kann. Und nicht mehr will. Es gehört sich nicht, das Geschenk des Lebens wegzuwerfen. „Man macht das nicht“.
Dafür erwartet Ihr einen verdammt hohen Preis: u.U. eine jahrelange Selbstaufgabe.
Ihr möchtet nicht konfrontiert werden damit, dass andere nicht funktionieren. Nicht so funktionieren wie Ihr, wie es die Gesellschaft möchte.
Vielleicht wollt Ihr den Schmerz nicht spüren, den ein Verlust mit sich bringt.
Vielleicht habt Ihr Angst, dass Ihr erkennen könntet dass es Euch auch nicht gut geht.
Vielleicht macht es Euch Angst, dass andere keine Angst vor dem Tod haben.
Vielleicht wollt Ihr Euch nicht hinterfragen was schiefgelaufen sein könnte.
Vielleicht wollt Ihr nicht hinterfragen ob Ihr vielleicht direkt oder indirekt Anteil daran gehabt haben könntet.
Ich rede nicht von Schuld. Schuld ist ein zu schweres, zu großes Wort.
Ich rede von den typischen normalen Alltagsmomenten, die von Funktionieren und wenig Sensibilität gekennzeichnet sind, vom selbstverständlichen Fehlen von Safespaces, dem üblichen „ach komm schon“.
Und wenn wir ehrlich sind: wir stecken da alle mehr oder weniger mit drin.

Schaut Euch doch mal um, in Eurem Freundes- Familien- und Bekanntenkreis – oder bei Euch selber.
Wie geht es Euch eigentlich? Und den anderen?

Wisst ihr – was mich bisher im Leben gehalten hat war das Wissen um diese letzte Option.
Das Wissen dass ich immer noch gehen kann. Vielleicht nicht heute, denn vielleicht gibt es hier und da noch was zu erledigen. Aber vielleicht morgen. Oder übermorgen, oder irgendwann. Oder gar nicht.
Es macht gelassen, fast schon cool. Weil „ich kann gehen wenn ich will“.
Dieses Wissen, diese Gelassenheit ist ein Ventil und nimmt so unendlich viel Druck, das könnt Ihr Euch vermutlich nicht vorstellen.

Und wenn ich für mich irgendwann mal diese letzte Entscheidung treffen sollte, dann hat das seine Gründe und ist gut überlegt. Und dann verbitte ich mir jegliche Einmischung und ich bitte darum, dass diese letzte Entscheidung schlicht respektiert wird.

Ich weiß was ich tue.

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Poesiealbum

Gestern Abend tauchte in meiner TwitterTimeLine kurz das Thema Poesiealbum auf. Da ich meine Tagebuch/Poesiealbumsschublade gerade parat liegen habe brauchte ich heute nur nach links greifen – und schon hatte ich meine beiden Alben in der Hand.
Danke an @cloudette_ und @MrsCgn für die Anregung nach langer Zeit durch meine Alben zu blättern.

Die älteren werden Poesiealben bestimmt noch kennen.
So mit 11 oder 12 ging es los, kleine, quadratische Büchlein (meistens mit gepolstertem Stoffeinband) mit leeren Seiten wurden in der Schule herumgereicht mit der Bitte, eine Kleinigkeit zu schreiben. In den Ecken oder oben auf der Seite stand hauchfein mit Bleistift die Stelle wo wer reinzuschreiben hatte, damit auch ja niemand vergessen wurde.
Lehrpersonen wurden ebenso einbezogen wie Verwandte.
Poesiealben hatten nur die Mädchen. Jungs hatten diese fertig vorgedruckten Bücher „Meine Schulfreunde“, wo einige Fragen wie Lieblingsessen und Lieblingslehrer beantwortet werden sollten.

Wir nannten die Alben „Pösi“-Album oder nur „Pösi“ – mit der Betonung auf dem Ö.

Meine Mutter erzählte, dass früher Sinnsprüche, manchmal auch Bibelsprüche hingeschrieben wurden, natürlich in allerallerschönster Schrift, dazu ein oder zwei Oblatenbildchen* – fertig war der Eintrag.

Poesiealbuminnen

Innenseite mit Kinderbild von mir und den typischen Oblatenbildchen

Und so war es auch zu meiner Zeit, wobei es keine Bibelsprüche mehr gab, dafür querbeet alles was das Herz begehrt an Sinnsprüchen, Weisheiten und typischen Poesiealbumsprüchen. Oblatenbildchen waren nicht mehr „in“, die meisten haben selber gezeichnet, gemalt – oder Aufkleber dazu geklebt.

„Sei immer froh und heiter wie der Spatz aufm Blitzableiter“
„Wenn Regentropfen leise an Dein Fenster klopfen, dann denke leis bei Dir, das sind Grüße von mir“
„Sobald man in einer Sache Meister geworden ist soll man in einer neuen Schüler werden“

Ich hatte zwei solcher Büchlein.
Meine Eltern schenkten mir eines zum 7. Geburtstag, und ihre Einträge sind die ersten. Danach folgen Onkel und Tanten, Großeltern und Familienfreunde. Das Album wurde schnell ein sehr persönliches Büchlein mit Fotos oder Zeichnungen. Und es war mir lieb und teuer, und ich wollte nicht, dass es in falsche Hände gerät.
Da ich in meiner Klasse keinen guten Stand hatte war es mir zu riskant. Außerdem war damals die Zeit der Filzstifte groß und auch die Mode Ecken umzuknicken – und mein geheiligtes Büchlein sollte sicher und wohlbehütet bleiben.
So gab ich es nur an die Lehrer und Lehrerinnen weiter.
Von 1988 bis 1991 war das Album verschollen: es wurde mir nicht mehr zurückgegeben, die Person zog weg und war nicht mehr erreichbar. Ich weinte bittere Tränen und war sehr enttäuscht. Durch Zufall traf die Person meinen Vater und gab ihm etwas später das Buch verspätet wieder. Ich weiss noch, dass ich gegrinst habe wie ein Honigkuchenpferd und sehr glücklich war.
1997 (mit mittlerweile 21) gab ich es an zwei sehr sehr gute Freundinnen weiter und ihre Texte sind auch die letzten Einträge.

Poesiealbum2

Doppelseite von 1987, mit Bleistiftzeichnung

Das andere Büchlein wanderte bei mir wie bei allen anderen durch die Klasse und wurde fleißig befüllt, es wurde wider Erwarten auch pfleglich damit umgegangen. Irgendwie ist ein Poesiealbum schon etwas besonderes gewesen. Die meisten gaben sich auch große Mühe mit ihren Einträgen.
In der Oberstufe war ich Patin einer 4. Klasse, und ich musste in sehr viele Alben schreiben. Als die Kinder mitbekamen, dass auch ich ein solches Album habe rissen sie sich förmlich darum hineinschreiben zu dürfen.
Es ist innen sehr bunt, voller Aufkleber, Kinderzeichnungen und und und und.

poesiealbum3

Eintrag einer Mitschülerin

Beide Poesiealben sind Erinnerungen, sind „Vergissmichnicht“ und sie durchzublättern war komisch. Der Zahn der Zeit hat ordentlich genagt und die Seiten sind vergilbt und ich musste sehr vorsichtig sein damit sie nicht zerbrechen.
Fast schon eine andächtige Stimmung.
Und gerade bei dem „ErwachsenenAlbum“ musste ich mich schon das ein oder andere Mal räuspern.

Gibt es so etwas heute eigentlich noch, klassische Poesiealben?

 

 

 

*Oblatenbildchen sind Papierbilder, die aus Bögen ausgeschnitten wurden, wo mehrere Bildchen mit kleinen Papierlaschen zusammengehalten wurden. In der Wikipedia steht hier ein guter Artikel dazu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Glanzbild

Fernsehen

Heute ist StarWars Day, und überall ist zu lesen, wann und wo und wie toll die erste Begegnung mit einem Starwarsfilm war: als Kinder geschaut oder von den Eltern „in die Macht eingeweiht“ oder was weiß ich.

Und ich?
Ich bin ohne Fernseher aufgewachsen.
Es gab keinen daheim. Es gab Radio, Bücher, Spiele. Aber keinen Fernseher. DEN gab es zu EM/WM/Olympia – ausgeliehen beim örtlichen Elektronikgeschäft. Und ganz ganz manchmal auch so übers Wochenende. Anfangs in schwarzweiß.
„Bist Du in einer Sekte?“
„Gehörst Du zu einer anderen Religion?“
„Seid Ihr Ökospinner?“ – das waren alltägliche Fragen für mich, wenn ich sagen musste „nein, kenne ich nicht, wir haben keinen Fernseher“.
Wir waren weder in einer Sekte, noch religiös (ich bin nicht mal getauft). Ok, meine Eltern waren solche „linken Spinner, Ökos“. Aber auch das war nicht der Grund für die fernsehlose Zeit.
Meine Mutter erzählte, als ich klein war und draußen vor der Tür spielte mit all den anderen Kindern gingen um kurz vor sechs abends die Fenster auf und die Mütter riefen ihre Kinder rein zur Sesamstraße. Meine Mutter fand das so furchtbar, dass die Kinder aus dem schönsten und fröhlichsten Spiel gerissen wurden nur damit ferngesehen werden konnte, dass sie beschloss den Fernseher „abzuschaffen“.
Wir haben viel Radio gehört und gelesen und gespielt. Viel Zeit miteinander verbracht.
Manchmal bin ich zu IKEA geradelt, IKEA war bei uns im Ort damals, und habe dort Asterix geschaut. Immer und immer wieder.
Wir waren mit der Grundschulklasse mal bei einer Aufzeichnung von 1 2 oder 3. ICH kannte die Sendung nicht, alle anderen schon, die waren total begeistert.
Ein wenig „Alienfeeling“

Die 80er sind fernseh(film)technisch komplett an mir vorbeigegangen. Ich kenne weder die Muppets noch die Sesamstraße. Ok, natürlich kenne ich sie, natürlich habe auch ich mal was davon gesehen. Aber ich kann nicht mal benennen wer da wer ist. Ebenso bei der Sendung mit der Maus und Löwenzahn/Pusteblume.
Als MTV auch in Deutschland zu sehen war und alle über die neuesten Musikvideos sprachen konnte ich nur mit den Achseln zucken.
Ende der 80er hatten meine Eltern dann einen Fernseher. Aufgrund des Schichtdienstes meines Vaters hatten meine Eltern getrennte Schlafzimmer, und das Zimmer meiner Mutter war sozusagen auch das Wohnzimmer, und da stand der Fernseher. Viel geschaut haben wir nicht. Mich reizte es kaum. Und die ganzen Filme, die damals kamen durfte ich nicht schauen. So eine MännlichkeitsHeroischeFrauenfeindlicheDummscheisse war tabu. Als mein Vater sich einen gebrauchten alten Fernseher für sein Schlafzimmer kaufte (30 Mark bei der AnnoncenAvis) konnte ich sehr selten mal etwas von dem Verbotenen erhaschen. Meine Mutter motzte die ganze Zeit rum, dass so eine Scheiße geschaut wird und dass es einen verderben würde und wie man so etwas nur gut finden könnte. Mein Vater ließ es an sich abprallen, und manchmal konnte ich halt mitschauen, meist war eh schon Familienkrieg. So hab ich den „weißen Hai“ gesehen und den ein oder anderen BudSpencerTerenceHill-Film.
Die WM 1990 haben mein Vater und ich auch auf dem alten Schwarzweiß-Kasten gesehen, der alle paar Minuten einen kräftigen Schlag auf die Seite brauchte, damit der Ton wieder kam.
Mit meiner Mutter wurde Anfang der 90er jedes Wochenende kuschelnd „mtv european top 20“ geschaut, das war schon irgendwie was Besonderes.

Bis heute haben Film und Fernsehen keine große Bedeutung für mich. Ich habe als Jugendliche ein oder zwei Sommer die Sommerkinoaktion mitgemacht und einige aktuelle Filme geschaut, aber Cineastin bin ich nicht geworden.
Als Studentin hab ich mir umgehend einen kleinen Fernseher gekauft, und ich habe einiges „nachgeholt“. Dabei gab es auch den ein oder anderen Film der mich faszinierte, meistens auf Arte oder Bayern3. Ich entdeckte die Filme Kieslowskys für mich und auch heute noch schaue ich sie, wenn ich mal mitbekomme dass sie im Fernsehen kommen.
Die meisten Hollywoodfilme erreichen mich nicht. Also sie sprechen mich nicht an. Sie sind teilweise ganz nett oder ok, oder auch mal cool – aber ich verfalle nicht in Jubelstürme.
Ich gehe auch nicht gerne ins Kino, mir ist das alles zu viel: zu laut zu unfrei zu überbordend zu viele Leute um mich rum.
Was nicht heißt dass ich nicht den ein oder anderen Film im Kino gesehen hab^^
Zoomania vor 4 Wochen war schon schick – ich war nach vielen Jahren mal wieder im Kino.

Und StarWars?
Ja gut. Diese Filme gibt es.
Und ich muss zugeben, sie hauen mich nicht vom Hocker.
Ich habe Krieg der Sterne 1986/87 in der Schule gesehen, im Englischunterricht (auf Deutsch), als der Lehrer keine Lust auf unterrichten hatte bzw. mal wieder anders beschäftigt war und uns ruhig stellen wollte, was meine Mutter sehr erzürnte (sie hielt diese Filme für männerheroisierende Kackscheisse, welche nicht geschaut werden durfte). Die meisten kannten den Film, eigentlich alle, und waren begeistert. Ich habe mich gelangweilt, ich fand den furchtbar. Ich verstand nicht, was daran so toll war. Das einzig coole war das Ende, der explodierende Todesstern. Das war spannend, das hat mich beeindruckt. Aber der Film an sich – ne, den musste ich nicht haben.

2001 lernte ich meinen heutigen Mann kennen, und der brachte mir irgendwann Episode1 mit, ich weiß nicht mehr wann. Und jaaa, ok, Episode1 gefällt mir. Gefällt mir sehr. Das Podrace, die Musik – der Film ist schon sehr cool. Rückwirkend habe ich auch nochmal die anderen Teile gesehen, bzw. da mal reingeschaut. Sie hauen mich immer noch nicht vom Hocker, sie bedeuten mir nichts, und ich hab sie nicht mal aufmerksam zu Ende gesehen weil ich sie unansprechend und langweilig fand.
Aber Episode1 – joaaaa, den hab ich wohl mehrfach mittlerweile gesehen ^^

Der ganze StarWars Hype ist an mir vorbeigegangen. Komplett. Vielleicht wäre es anders gekommen, wenn meine Eltern mich an einem gemütlichen Fernsehabend in diese Welt eingeführt und mich angesteckt hätten.

Aber:
Ich mag Lichtschwerter, Droids, die Kantine, Podraces.
Ich habe auch die Computerspiele gerne gespielt.

Intermezzo

Vor einigen Tagen tauchte das Thema Menstruation (Mens, Tage, Mensis, Rote Zora, Periode etc. pp.) in meiner timeline auf und heute kam fast wie abgesprochen auch noch thematisch passend das Podcast von @kleinerdrei heraus. 
Und nun fasse ich mir ein Herz und schreibe auch mal etwas dazu.

Ich war aufgeklärt.
Ich wusste was passiert.
Was irgendwann unweigerlich auch mir passieren wird.
Und es wurde mir als erwachsenwerden und zurFrauwerden verkauft, also als etwas Schönes und Starkes. Aber auch als etwas sehr normales.
Meine Mutter hat früh begonnen mich zu informieren. Und sie ging auch immer sehr offen mit ihrer Mensis (und anderen Dingen) um. Linksfeministisch offen.

Ich erlebte ihre Mensis immer zwiegespalten: sie wand sich den ersten Tag mit fiesen Krämpfen, nahm Novalgin en masse (das war damals noch freiverkäuflich) und brauchte Mengen von Süßigkeiten. Von denen ich auch etwas abbekam, so dass das Ganze auch einen positiven Touch bekam.
Ich war nicht sonderlich erpicht darauf, aber ich wusste auch, dass es nichts Schlimmes ist.
Und ich dem ganzen eh nicht entgehen konnte.

Und dann kam der Tag.
Ich weiß es auch fast 30 Jahre später noch als ob es eben erst gewesen ist. Manche Dinge bleiben wohl immer in Erinnerung.

Ich war normal auf Toilette und stellte fest, dass meine Unterhose eingesaut war. Schlagartig wusste ich was es war, und es erklärte auch mein kaum merkliches Bauchziehen einige Tage vorher. Ich rief meine Mutter, die sich überschwänglich freute, mich beglückwünschte und das alles supertoll fand.
Sie erklärte mir dann gleich alles was ich praktisch wissen sollte. Wie oft ein Stöpsel zu wechseln sei, und wie lange ungefähr ein Surfbrett „hielt“ und dass ich ja nun dann bald mal zu einem Gynäkologen müsse. Ich war etwas überfordert, ich saß ja auch noch auf dem Klo. Und eigentlich wollte ich nur durchatmen, selber drauf klarkommen.
Aber die Zeit war nicht wirklich da, meine Mutter riet mir gleich zu Tampons, so praktisch und man könne alles damit machen und sei frei und überhaupt sei es weniger eklig. Also sollte ich es am besten gleich ausprobieren, und sie würde mir auch helfen.
Ich probierte es aus. Sie half mir.
Es klappte nicht und irgendwann gaben wir auf.
(Ich mein, hallo, ich war 12 oder 13, hab das erste Mal meine Mensis – und die Mutter versucht erst anzuleiten – und dann selber mit anzufassen. Wie soll das gehen?)
Ich stopfte mir eine Slipeinlage in die Unterhose und war wie in Trance. Mein Vater freute sich glaub ich auch – und er wurde gleich einkaufen geschickt, wir brauchten ja nun Binden für mich.

Ich saß total überfordert und panisch am Küchentisch, meine Mutter freute sich immer noch wie Bolle und fing an ihre „Das Kind kommt nun in den Kreis der Frauen“-Party zu planen. Sie überlegte eifrig wer alles einzuladen sei: Meine Grundschulklassenlehrerin, ihre ganzen Frauen aus dem Frauenkreis, die feministischen Freundinnen, die Frauen der Familie und was weiß ich noch wer alles. Ich war ja nun eine Frau und das musste/sollte gebührend gefeiert werden.
Ich wollte sowas nicht. Ich fand das alles peinlich und auch eklig und ich fand dass es absolut niemanden etwas anging ob und wann und überhaupt. Es war meine Sache und sollte es auch bleiben, und sie hätte damit mal so null zu tun, und auf ihre ganzen Frauen hätte ich auch keine Lust.
Und außerdem hätte ich noch nie von so einem Feier-Brauch gehört, kein Mädchen in der Klasse hätte sowas gemacht.

Ich weiß nicht wie lange sie plante und tat und versuchte mich zu überzeugen, aber irgendwann wurde ihr wohl bewusst, dass es diese Feier nicht geben würde. Mein Vater kam vom Einkaufen wieder und stellte sich auch auf meine Seite. Meine Mutter solle mich in Ruhe lassen damit wenn ich es nicht will.
Ich glaube einige Tage lang kam das Thema immer mal wieder ganz ganz kurz auf, aber es ist nie zu der Feier gekommen.
(Auch zum Gynäkologen hat sie mich jahrelang nicht bekommen. Ich habe mich standhaft geweigert)

Meine Eltern schenkten mir ein Buch zur Feier des Tages (ich glaube sogar mit Widmung, ich bin mir nicht ganz sicher, ich finde das Buch im Moment nicht) – und das war wirklich schön und angemessen. Diese Geste fand ich toll. Und ich finde, ein kleines Geschenk bei der ersten Mensis hebt diesen Moment hervor, überfrachtet ihn jedoch nicht. Und nimmt irgendwie auch den Schrecken.

Von da an blutete ich jeden Monat.
Ich machte brav Vermerke im Kalender wie stark und wie lange.
Ich hatte das Glück dass ich kaum bzw. nur selten Schmerzen hatte, und auch diese angeblich „typischen PMS-Beschwerden“ kaum da waren.
Ich hasste jeden einzelnen blutenden Tag.
Ich ekelte mich vor dem sibschigen schleimigen Zeugs.
Ich fühlte mich immer eklig. Und da halfen auch keine heißen Duschen.
Ich hatte extra Unterwäsche und Schlafanzughosen für diese Tage.
Ich hatte immer Angst, dass der Zyklus mal durcheinander gerät und ich überrascht werde. Unsere Schulsekretärin hatte immer was da für den Notfall.
Ich schämte mich nicht beim Einkaufen Binden zu kaufen. Ich war aber auch nicht stolz.
In der Schule wurde darüber nicht gesprochen. Manchmal halfen sich manche Mädchen untereinander mit Tampons aus, leise und verschämt. Beim Schwimmunterricht saßen manche Mädchen manchmal am Rand und schauten zu. Ich auch. Ich hasste die Vorstellung mit Mensis zu schwimmen, und ohne Stöpsel eh ein NoGo.
Ich fuhr nur dann weg, wenn die Mensis grade vorbei war – woanders zu bluten und evtl. was einzusauen wäre nicht gegangen.
Es war alles so normal.
So normal scheisse.

Ich kam bis zum „Ende meiner Tage“ (was ein Wortspiel *gg*) nicht mit Tampons zurecht. Ich probierte es immer wieder – keine Chance.
Und auch die Alternativen wie Schwämmchen oder Tasse waren für mich indiskutabel.
Ich wollte mit dem ganzen Zeug nichts zu tun haben.

Die letzten Jahre waren schlimm und hatten nichts mehr mit normalen Regelblutungen zu tun:
Unregelmäßige Sturzblutungen die mehrere Tage gingen, Blut das einfach so die Beine runterlief oder munter in die Toilette tropfte. Wo kein Schutz reichte und Handtücher herhalten mussten. Wo tagelang im Sitzen (wenn überhaupt) geschlafen wurde und jedes Husten und Niesen zu einem Blutbad wurde.
„Das hat ne Frau mal“ und „so schlimm ist das doch nicht“ war das einzige, was den Ärzten dazu lapidar einfiel.
Und irgendwann machte der Körper nicht mehr mit und ich landete komplett fertig mit der Welt in der Notaufnahme der Uniklinik wo ich als erstes zwei Blutkonserven bekam mit dem Worten „Ich hab schon Leute mit nem höheren HB verbluten sehen, und da hab ich mal so keinen Bock drauf“.
Und wo plötzlich ein (kompetenterer?) Gyn feststellte dass „da etwas nicht in Ordnung sei“.
Als der Krebs dafür sorgte, dass ich endlich nie nie nie wieder „unten“ bluten würde hab ich mich gefreut. Wirklich vom tiefsten Herzen gefreut.
Es fiel eine Last ab.

Seitdem bin ich frei,

Die Wiederentdeckung der SMS

Was passiert wenn bei U-Bahn-Bauarbeiten Mittwochabend um halb 10 (pünktlich!) irgendwelche Kabel durchtrennt werden?
Geeenau, ein Teil der Hamburger sitzt ohne Internet, Telefon, Fernsehen und Radio da.

Und plötzlich stellt mensch fest, dass mittlerweile irgendwie alles nur noch übers Internet läuft. Bzw. alles über dasselbe Kabel.
Telefon? Längst via VoIP.
Radio? Onlineplayer.
Fernseher? Wozu, die meisten Sendungen gibt’s einige Tage lang in den Mediatheken. Oder auf Netflix.

Auf einmal ist das „Übliche“ hinfällig, die Routine im Eimer.
Keine Mailwechsel mit meinem Mann, keine mittäglichen WhatsApp-Nachrichten.
Kein durch Twitter hüpfen, idlegames anwerfen und erstmal Süddeutsche lesen.
Kein Radio, kein Spoti.

Die fehlenden Nachrichten störten mich schon, einen Tag geht’s ohne, aber wenn es das Wochenende angedauert hätte hätte ich wohl das IPad zum Zeitungslesen benutzt und das alte Antennenradio aus der anderen Wohnung geholt.

Letztes Mal ohne Internet hatte ich meinen Rechner aufgeräumt und Dateien sortiert, nach einem Sicherungsfehler herrscht in meinen Ordnern ein heilloses Durcheinander.
Aber darauf hatte ich gestern keine Lust.
Ich vergnügte mich lieber mit Excel-Basteleien und erstellte wunderbare Diagramme und Tabellen. Und ja – ich habe wirklich Spaß an sowas ^^
Und mit einem Hörbuch auf den Ohren (es ist ja nicht so dass hier nicht noch CDs rumstehen würden oder so) geht es gleich doppelt gut.

Und dann hab ich das angefangen was seit Monaten bereits vorhabe, und wo ich mich noch nicht zu durchgerungen hatte: die „Abschrift“ meiner alten Tagebücher bevor die Tinte verblasst.
Sehr seltsam das alles zu lesen, aber auch amüsant. Alte Rechtschreibung ftw.
Erster Eintrag im Oktober 1989.

Es war ein stiller, ruhiger Tag gestern, medial erholsam sozusagen.
Wirklich vermisst habe ich nur die Kommunikation mit meinem Mann.

Seit heute Mittag ist alles wieder „wie immer“. :o)

Diablo3: Hilfe, ich habe Kistenchaos!

[Gleich vorweg: dieser Text ist oft grammatikalisch nicht ganz richtig und auch von der Ausdrucksweise her etwas „seltsam“: Ich benutze die Worte so, wie wir sie im Spiel benutzen, und das ist halt teilweise schon ein wenig kauderwelschig. „D3-Sprech“ sozusagen.]

Wer Diablo spielt kennt das: Es gibt so viele interessante Items, die bestimmt nochmal gebrauchen werden können.
„Oooooh, schau mal, eine Einheit, die ist aber schick, die brauch ich bestimmt mal“ Also ab in die Bank-Kiste damit.
Und das Item was vielleicht eventuell besser sein könnte als das was der andere Charakter gerade trägt kommt gleich dazu.
„Uiii, was ein guter Walrosszahn, da muss ich glatt nachher mal schauen was mein WD so trägt“.

Und dann ist die Bank plötzlich voll.
Und chaotisch.

„Ich hatte doch noch iiiiirgendwo diesen einen Hals“ Beim Suchen tauchen dann andere Dinge auf „ach hiiieeer sind die Hände, die leg ich gleich mal beiseite“.
Das Chaos wird nicht wirklich besser, es wird nur noch umgeschichtet. Von Überblick kann längst keine Rede mehr sein.
Und jeder neu gefundene Gegenstand wird zu einer Herausforderung. Hab ich das schon? Hab ich das in besser oder schlechter? Brauch ich das noch?
Und viel Zeit geht verloren durch suchen und meistens nicht finden.

Falls andere Leute mitspielen wird es durchaus schnell zu einer Geduldsprobe für alle.

Ich habe im Laufe der vielen Spielstunden ein System für meine Bank-Kiste entwickelt, welches ich jede Season neu übernehme und das sich jedes Mal bewährt. (Ein oder zwei Mitspieler konnte ich von der Grundsystematik auch schon überzeugen)

Und auch, wenn die Season zuende ist und alles in der Post vom Nonseason landet ist diese feste Sortierung einfach Gold wert. Da macht das Einsortieren und Durchschauen sogar Spaß – und geht sehr schnell.

Grundsätzliches
Meine Bank hat sieben Fächer.
Fünf auf der ersten Seite, und seit dieser Season zwei auf der zweiten Seite. Das hat die Kistensituation sehr entspannt.
Die Klassenfächer haben ein Abbild der jeweiligen Klasse als Reiter, damit sie schnell zu finden sind.

Feste Fächer sind immer: 1x Materialfach, 1x Ring/Halsfach.
Alle weiteren Fächer ergeben sich daraus, welche Klassen gerne gespielt werden und entsprechend mehr Items haben.
Ich hab jeweils ein Fach für: Mönch, Hexendoktor, Barbar und Dämonenjäger. Das sind meine meistgespielten Klassen – und auch die mit sehr sehr vielen Items.
Das letzte Fach ist ein „Jokerfach“, bzw. hat die Sachen für den Magier und den Kreuzritter.
Optimal wäre es, wenn jede Klasse ein eigenes Fach bekommen könnte, plus die zwei festen Fächer und ein „Ramsch/Jokerfach“. Das kommt aber hoffentlich mit den nächsten Seasons.


Materialfach

Das erste Fach ist bei mir immer das Fach wo alle verbrauchbaren Materialien reinkommen:
Handwerkszeug, Kopfgeldmats, Edelsteine, legendäre Edelsteine, Maschinen etc. Der Clou dabei ist:
Alles ist sortiert. Vor allem die Maschinen und die Kopfgeldmaterialien sind nach dem jeweiligen Akt angeordnet. So weiß ich immer sofort auf einen Blick was mir eventuell fehlt.

Materialfach

Ring/Halsfach
Das zweite feste Fach ist das Fach mit allen Ringen und Hälsen und auch dem Schmuck für die Begleiter.
Jeder Ring ist einmal vorhanden, und zwar in der besten Variante. Und jeweils einmal mit Stärke/Int/Geschick. Doppelte Ringe sind beim Ausmisten direkt in den Würfel gewandert oder wurden zu Seelen.
Mit den Hälsen verhält es sich ähnlich, da hab ich bei den Resi-Teilen aber nur einen jeweils behalten und darauf geachtet dass alle wirklich auch im Würfel sind.
Jeder Begleiterschmuck ist einmal in der besten Ausführung vorhanden.
[Ich habe durch das Reinkarnieren und Charakterlöschen für diese Season einige Teile doppelt und noch nicht so ganz „sauber“ einsortiert, daher sieht es in dem Fach noch etwas durcheinander aus.]

Ausnahme
Wenn ein Ring oder ein Hals für eine bestimmte Skillung unabdingbar ist, die aber gerade nicht benutzt wird lagere ich diese Teile dann meistens direkt in dem Klassenfach bei dem jeweiligen Set. So dass ich beim Umskillen gleich die richtigen passenden Sachen parat habe.
Ähnlich verhält es sich mit dem „Goldfarmamulett“, welches ich meistens direkt in der ersten Tasche bei den Edelsteinen ablege. So kann jede Klasse direkt drauf zugreifen und ich muss den Stein nicht immer umsockeln.
Der Flechtring wird ebenfalls mehrfach gelagert und je nach Lust und Laune zu Gold gemacht.

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Ringe, Hälse, Begleiterschmuck

Klassenfächer
Innerhalb der jeweiligen Klassenfächer liegt in jeder Reihe ein Set. Und zwar in der Reihenfolge: Kopf – Schulter – Brust – Hände – Hose – Schuhe. Gibt es eines der Teile nicht dort dann das andere Teil stattdessen abgelegt.
So kann ich sofort sehen welches Teil noch fehlt.
In dieser Season hab ich die jeweils dazugehörenden Gürtel, Armschienen etc. direkt zum Set gelegt, in der Nonseason sind die Sachen (noch) auf die freien Plätze verteilt. Ebenso die entsprechenden Waffen und der ein oder anderen Ring/Hals.
Hier war sogar noch soviel Platz alle restlichen übriggebliebenen Waffen unterzubringen.

d3taschebarb

Barbar

Viel Spaß beim Sortieren, Aufräumen und Platz schaffen.

Und an die anderen die mit Diablo nichts am Hut haben und bis hier gelesen haben: Danke. ;o)

Klassentreffen

Mein Abitur jährt sich im Sommer zum 20. Mal.
Und es möchte jemand ein Revival organisieren und bastelt nun einen Verteiler. Dafür bittet er darum, die angefügte Adressliste zu aktualisieren.
Seit zwischen den Jahren trudeln bei mir alle 1-2 Tage Mails rein, die auch schon unbeabsichtigt im Spamordner gelandet sind.

Da der Jahrgang damals schon kein Abi-T-Shirt organisiert bekommen hat, der Streich auch nur so lala war, und soweit ich weiß auch kein 10-jähriges stattgefunden hat – bin ich ja eher skeptisch und leicht belustigt. Obwohl, angeblich gab es ja das ein oder andere Revival, aber nichts Offizielles – und dass die „Daheimgebliebenen“ ab und an einen saufen gehen ist ja irgendwie naheliegend. Aber eben halt „die Elite“ „der ausgewählte Kreis“ etc. Die haben sich vielleicht auch ein T-Shirt gemacht, wer weiß wer weiß.

ICH WILL NICHT ZU EINEM VERDAMMTEN KLASSENTREFFEN.
Ich will nicht an diesen Ort.
Ich will nicht auf eventuelle Leerkörper treffen.
ICH WILL KEINE TÄGLICHEN ERINNERUNGEN AN DIE SCHULE.

Meine Schulzeit und fast alle Erinnerungen daran sind der pure Horror. Ok, da kann mein Abiturjahrgang nicht so viel dafür, ich bin erst in der Oberstufe dazu gestoßen nachdem ich wiederholt habe. Die zwei Jahre mit denen zusammen haben nicht wirklich Kontakte entstehen lassen an denen ich interessiert war und bin.

Allein der Gedanke daran die Leute zu treffen die direkt mit der Schule verbunden sind, diese Schule eventuell zu sehen, sie zu riechen macht mich fertig.
Da war kein Spaß, keine tolle spaßige fröhliche Schulzeit.

Da war tagtägliche Angst.
Vor Ausgrenzung, geklauten Schulsachen, „ins Messer laufen“ lassen, demontieren, auslachen, Haare abschneiden oder mit Kaugummi verkleben, Attacken im Sportunterricht etc.
Da war die alltägliche Angst wieder vor den Lehrpersonen zu stehen und kein Wort herauszubekommen. Die Angst vor deren Herabwürdigungen und Kleingemachtwerden. Dem Nichtgenügen.
Egal was ich getan habe – und ich habe viel getan – reichte nicht. Weder für ein anständiges Wort noch für kurzzeitige Akzeptanz.
Ich habe gelernt zu lächeln.
Das war damals nicht ich.

Da sind die Erinnerungen an Einsamkeit, Schmerz, an Bloßgestellt werden, an Versager-Sein.
An Lehrmenschen, die trotz Bitten nicht geholfen haben.
Oder die durch ihre Handlungen alles schlimmer gemacht und teilweise forciert haben.

Es sind die Alpträume.
Die ständigen Trigger.

Ich kann bis heute Schulgeruch nicht ertragen.
Ich kann niemanden hinter mir stehen haben.
Ich traue niemandem.
Ich kann in meinem Heimatort nicht aus dem Auto aussteigen und bekomme alleine bei der Durchfahrt Panikattacken.

Und das alles kommt mit jeder verdammten Email gerade immer wieder hoch.
Und das Jahr fängt schon mal NICHT GUT an.